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Niemanden beschämen

?Das Menschlichste ist, jemand die Scham ersparen?

(nach: Friedrich Nietzsche).

 Franziskus praktizierte die Haltung des Nicht-Beschämens:

An einen verantwortlichen Bruder (Minister): (BMin 9. 14-16.)

?Und daran will ich erkennen, ob du den Herrn und mich, seinen und deinen Knecht, liebst, wenn du folgendes tust, nämlich: es darf keinen Bruder auf der Welt geben, mag er auch gesündigt haben, soviel er nur sündigen konnte, der deine Augen gesehen hat und dann von dir fortgehen müsste ohne dein Erbarmen, wenn er Erbarmen sucht.?

 ?Wenn ein Bruder, vom Feind verführt, tödlich gesündigt hat, dann soll er im Gehorsam verpflichtet sein, zu seinem Guardian Zuflucht zu nehmen. Und alle Brüder, die wissen, dass er gesündigt hat, dürfen ihn nicht beschämen, noch herabsetzen; sie sollen vielmehr großes Erbarmen mit ihm haben und die Sünde ihres Bruders ganz geheim halten; denn ?nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken?.

 Franziskus bringt Schuldiggewordenen Erbarmen entgegen, im Sinne des Evangeliums. Im Schonraum der Liebe gelingt heil-werden.

 Mit Respekt und Ehrfurcht begegnet Franziskus dem, der sich schuldig gemacht hat, aber auch dem Verantwortlichen der Brüder, wenn er um Erbarmen bittet.

 Franziskus zeigt Stärke und Mut, wenn er den Anderen in seinem Sosein ernst nimmt, ihn aber nicht zum Guten zu zwingt.

Auf persönliche Fehler aufmerksam machen und mahnen ist nicht angenehm. Mahnen verpflichtet zu Hilfe, zum Mitdenken, Beistehen, Dranbleiben, mahnen bindet.

Mahnen hat nichts damit zu tun, Menschen an den ?Pranger zu stellen?. Diese Praxis verstößt gegen die Würde des Menschen. Offenheit, Wahrheit und Direktheit sind nicht Bloßstellen, Fertigmachen, Kleinhalten etc.

Franziskus gibt jedem Menschen absoluten Vorrang.

Er reiht sich selbst ein, in die Reihe derer, die sich schuldig machen.

 Brief an die Kleriker:

?Daher wollen wir uns in all diesen und anderen Dingen schnell und entschieden bessern.? (BKl 10)

 ?Niemals dürfen wir uns danach sehnen, über anderen zu stehen? (2Gl 47).

Franziskus bringt Respekt und Achtung der Einmaligkeit des Einzelnen entgegen, begründet in seiner persönlichen Haltung der Demut und des Minderseins. Keiner ist mehr als der Andere.

Alle Menschen haben ausnahmslos gleiche Würde.

Franziskus begegnet den Aussätzigen auf gleicher Augenhöhe.

Den Brüdern, die von menschlichen Schwächen und Krankheiten geplagt sind, begegnete er so, dass der ?Bruder vor Scham nicht vergehe? (2 C 22), jedoch ohne gönnerhafte Großzügigkeit. Franziskus nimmt die Sehnsüchte und Wünsche, Gebrechen und Nöte, das Sosein und Anderssein anderer ernst, in Aufmerksamkeit, geduldigem Hinhören und Hinschauen auf das, was den Mitmenschen bewegt und bedrängt.

Das ist für Franziskus der ?wahre Gehorsam?.

 Franziskus kennt das rechte Maß von Nähe und Distanz, übt Toleranz gegenüber der Identität anderer, gegenüber den Grenzen und Möglichkeiten nicht nur seiner Brüder.

 ?Wenn jemand irgendwie sündigt, und der Knecht Gottes würde deswegen aus anderem Grund als aus Liebe sich aufregen und zornig sein, dann häuft er sich Reichtümer(vgl. Röm 2,5) der Schuld an? (Erm 11).

 ?Reichtum schlechter Erfahrungen? ist u.a: Vergangenes, Erlebtes, negative Erfahrungen mit anderen... aufsparen. Wer sich davon lösen kann, den vergleicht Franziskus mit jenen, die wirklich ohne Eigentum leben (vgl. Erm 11). Negative Erlebnisse mit Menschen können Machtmittel gegen sie sein.

 Franziskus begleitet jeden Bruder auf dem Weg zur eigenen Selbstwerdung.

Er glaubt an die Führung Gottes und an die Freiheit jedes Menschen. Er lässt jedem Bruder die Chance zum Neuanfang, weil er an die Veränderungen im Menschen, die Gott allein bewirken kann, glaubt.

Das ist eine Haltung der Armut, wie sie Franziskus lebt. Er nimmt sich ganz zurück, im Glauben an Gott, der selbst der Niedrigste geworden ist und sich ganz jedem Menschen zugewandt hat.

 

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